ALOIS MANDL MALEREI
ZYKLUS
WIEDERKEHR DES ANTLITZES
Das Antlitz ist nicht das Gesicht, sondern der Ort. an dem das Unsichtbare sichtbar wird.
Nach Emmanuel Lèvinas
Der Zyklus Wiederkehr des Antlitzes untersucht das Gesicht nicht als Porträt, sondern als Ort von Erinnerung, Verwandlung und innerer Erfahrung. Die dargestellten Figuren sind keine individuellen Personen. Sie erscheinen als symbolische Wesen zwischen Mensch, Maske, Tier und Zeichen.
Jedes Antlitz entsteht aus einem vielschichtigen malerischen Prozess. Farbe wird aufgetragen, überdeckt, freigelegt, verdichtet und wieder zerstört. Schichten lagern sich übereinander wie Erinnerungen. Linien, Spuren, Ritzungen und reliefartige Strukturen bleiben sichtbar und machen die Entstehung der Bilder nachvollziehbar. Die Oberfläche wird selbst zum Träger von Bedeutung.
Wiederkehrende Motive – Augen, Pflanzen, Tiere, Masken und archetypische Zeichen – bilden eine offene Bildsprache zwischen Traum, Mythos und existenzieller Erfahrung. Die Materialität der Malerei bleibt dabei stets präsent. Acrylfarbe, Pigmente, Überlagerungen und strukturierte Oberflächen erzeugen eine Spannung zwischen Zeichenhaftigkeit und Körperlichkeit.
Die Antlitze erscheinen vertraut und fremd zugleich. Sie blicken, schweigen, verwandeln sich oder zerfallen in einzelne Zeichen.
In ihrer Wiederkehr wird das Antlitz zu einer Projektionsfläche menschlicher Erfahrung – zu einem Ort, an dem Erinnerung, Wahrnehmung und Imagination aufeinandertreffen.
Nicht das Gesicht als Abbild steht im Zentrum dieser Arbeiten, sondern das Antlitz als Erscheinung dessen, was sich einer eindeutigen Sichtbarkeit entzieht.
Nicht wer wir sind, sondern wie wir erscheinen. Nicht was wir fühlen, sondern wie wir gesehen werden. Nicht was wir zeigen, sondern was durch uns hindurchscheint.
Alois Mandl (*1955)
Alois Mandl ist ein autodidaktischer Maler aus Österreich. Seit 2022 widmet er sich intensiv der Malerei und entwickelt seither ein eigenständiges Werk, das sich mit dem Antlitz als Träger von Erinnerung, Verwandlung und innerer Erfahrung auseinandersetzt.
Alois Mandls Malerei bewegt sich zwischen Art Brut, neo-primitivistischen Bildwelten und symbolistischer Figuration. Seine maskenhaften Antlitze und hybriden Wesen erinnern an archaische Kultbilder, ohne sich auf konkrete kulturelle Vorbilder zu beziehen. Aus einer intuitiven und materialorientierten Arbeitsweise entstehen Bilder von hoher psychischer und emotionaler Dichte.
Das Antlitz erscheint dabei nicht als Porträt, sondern als Projektionsfläche für innere Zustände, Erinnerungen und Wandlungsprozesse. Die Verbindung von roher Formensprache, leuchtender Farbigkeit und symbolischer Mehrdeutigkeit verleiht den Arbeiten eine zeitlose, beinahe kultische Präsenz.
Mandl lebt und arbeitet in Braunau am Inn, Österreich.
Auszeichnungen
Finalist, International Toolip Art Contest, Wien (2025)
Antlitz I, Acryl/Leinwand, 120×100cm 2025
Deutschland hat Russland den Krieg erklärt. Nachmittags Schwimmschule.
Tagebuch Franz Kafka, 1914
Antlitz II, Acryl/Leinwand, 120×100cm, 2025
Nichts geschieht. Niemand kommt. Niemand geht.
Samuel Beckett
Antlitz III, Acryl/Leinwand, 120×100cm 2025
Ein Vogel sucht einen Käfig
Antlitz IV, Acryl/Leinwand, 120×100cm, 2025
Nichts ist sicher, wenn man wartet. Nur das Warten selbst
Samuel Beckett
Antlitz V, Acryl/Leinwand, 120×100cm 2025
Wir ordnen, es zerfällt. Wir ordnen es wieder und zerfallen selbst.
Christoph Ransmayr
Antlitz VI, Acryl/Leinwand, 120×100cm, 2025
Die Tränen der Welt sind eine konstante Quantität. Wo jemand anfängt zu weinen, hört irgendwo ein anderer auf.
Samuel Beckett
Antlitz VII, Acryl/Leinwand, 100×80cm 2025
20 Jahre wartete sein Hund Argos auf Odysseus, als er eintraf, verkleidet als Bettler, blickte Argos auf, wedelte mir dem Schwanz und starb
Antlitz VIII, Acryl/Leinwand, 100×100cm, 2026
Hier riecht es nach Fisch
Antlitz IX, Acryl/Leinwand, 90×60cm 2026
Wohin? Ich gehe. Wohin? Fort.
Antlitz X, Acryl/Leinwand, 90×60cm, 2026
Der Spiegel lügt
Antlitz XI, Acryl/Leinwand, 140×100 cm 2026
Dreh das Licht ab! Ich brauche Schlaf.
Antlitz XII, Acryl/Leinwand, 140×100cm, 2026
Ich habe mich für euch geopfert! Bastards!
Antlitz XIII, Acryl/Leinwand, 140×100 cm 2026
Blau? Furchtbar. Sofort ändern. Liegt nicht in deiner Hand
Antlitz XIV, Acryl/Leinwand, 140×100 cm, 2026
Je genauer wir den Weg vermessen, desto sicherer stolpern wir über das Unerwartete
Antlitz XV, Acryl/Leinwand, 140×100 cm 2026
Herr K. Sie haben sich gar nicht verändert! OH!
Antlitz XVI, Acryl/Leinwand, 100×80 cm, 2026
Want to be a prince! Lick a flower. Shit!! Doesn’t work!
Antlitz XVII, Acryl/Holz, 120×120 cm 2026
Wer hat dich gemalt? Niemand. Ich habe mich selbst geträumt.
Antlitz XVIII, Acryl/Leinwand, 120×100 cm, 2026
Es gibt keine echte Verbindung. Nur die Vorstellung davon,. Die Blume ist kein Zeichen der Liebe. Sie ist ein stummer Schrei.
Antlitz XIX, Acryl/Leinwand, 195×114 cm 2026
Ist das deine Nase? Nein. Meine auch nicht. Stört sie dich? Nein. Gut!
Antlitz XX, Acryl/Leinwand, 140×100 cm, 2026
Tu endlich etwas! Was? Irgendwas!
Antlitz XIX, Acryl/Leinwand, 100×80 cm 2025
Besser ich ziehe mich zurück
Antlitz XX, Acryl/Leinwand, 100×80cm, 2026
Wir armen Leut". Sehen sie Herr Hauptmann, Geld, Geld…Wer kein Geld hat…Setzen sie mal einen guten Menschen auf schlechten Boden…und was kommt heraus? Ich glaube wenn wir in den Himmel kommen müssten wir donnern helfen